Wie die erste deutschsprachige Übersetzung aus dem byzantinischen Original entsteht

Seit 2000 Jahren werden die Evangelien in den Gottesdiensten gelesen, im Griechisch der Kirche des Römischen Reiches. Missionare brachten den angrenzenden Völkern die frohe Botschaft und übersetzen sie. Dann schuf das Ottomanische Reich neue Realitäten. Über Jahrhunderte hinweg bewahrte das griechische Volk seinen Glauben und seine Identität durch das Feiern der Liturgie in der alten Sprache des Kaiserreiches.

Das Ottomanische Reich ist zerfallen. die Völker sind von der Unterdrückung freigekommen und durch die Migration haben viele Menschen eine neue Heimat gefunden. Heute sprechen die Kinder die Sprache ihrer Aufenthaltsländer besser als die Sprache der Herkunftsländer. Die Ostkirchen werden auch im Westen heimisch. Das Griechisch der Liturgie ist nicht mehr verstehbar. Wenn die Bibel weiterhin die Sprache des Herzens sprechen soll, braucht es eine neue Übersetzung in die Sprache, die gelebt und verstanden wird. Eine gehobene Sprache, die auch den liturgisch-theologischen Zusammenhang wahrt. Eine Übersetzung, die nicht im Widerspruch steht zu liturgischen Texten und erkennen lässt, das die Evangelisten und Apostel ihre Kraft auch aus dem Gebetbuch der Kirche, dem Psalter geschöpft haben. Eine Übersetzung, die darum konkordant ist mit der Sprachwelt des Psalters. So wie es im protestantischen Bereich einen sprituellen Sprachraum gegeben hat (gibt?) mit der Lutherübersetzung, den Liedern des Gesangbuchs und der Kirchenmusik eines Johann Sebastian Bach, so ist es jetzt für die Orthodoxe Kirche eine pastorale Notwendigkeit, einen spirituellen Sprachraum zu schaffen für deutschsprachige Mitglieder. Die Bibelübersetzung ist dabei ein grundlegender Baustein. Die Schweizerische Bibelgesellschaft freut sich, ihren Beitrag dazu leisten zu können.

Was können Sie erwarten?

  • übersetzt aus dem Bibeltext des Ökumenischen Patriarchats von 1904
  • konkordant auch mit den Psalmen (LXX)- abgestimmt mit der deutschen Übersetzung der liturgischen Texte
  • berücksichtigt die Deutung der Kirchenväter
  • dokumentiert Differenzen zum kirchenslavischen Text

Diese fünf Punkte unterstreichen den eigenständigen Wert dieser Übersetzung.

Die Geschichte des Projekts

Die Anfänge dieses Projektes reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Mit dem Segen der Bischofskonferenz der Kanonischen Orthodoxen Bischöfe in Deutschland haben wir dann begonnen. Als kleine Bibelgesellschaft sind unsere Ressourcen beschränkt. Ein Arbeitstag oder weniger pro Woche stand zur Verfügung. Viele Fragen waren zu klären und Kontakte zu knüpfen. Schliesslich entschlossen wir uns dazu, als Grundlage der Übersetzung die Vorarbeiten von Vr Justin zu benutzen. Vr Justin hat über viele Jahre eine Übersetzung für seine pastorale Arbeit angefertigt. In zahlreichen Redaktionssitzungen sind wir Satz für Satz durchgegangen und haben den Text mit dem Original und der kirchenslavischen Ausgabe verglichen.

Die Redaktionssitzungen finden in der Verkündigungs -St Justin -Einsiedelei in Unterufhausen statt. Wir geniessen dankbar die Gastfreundschaft dieses serbisch-orthodoxen Klosters.

Der normale Arbeitsalltag einer Redaktionssitzung ist an den Tagesablauf des Klosters angepasst. In der Regel sieht unser Tag so aus:

  • 7.00 Uhr Morgengottesdienst
  • 8.30 Uhr Frühstück
  • 9.00 Uhr Redaktionssitzung
  • 12.30 Uhr Mittagessen
  • 15.30 Uhr Redaktionssitzung
  • 19.00 Uhr Abendessen
  • 20.00 Uhr Abendgottesdienst
  • 21.30 Uhr Redaktionssitzung
  • 23.00 Uhr Nachtruhe und private Studien

Wir haben einen Raum für uns, in dem wir ungestört arbeiten können. Beim letzten Treffen haben wir es auch einmal im Garten versucht, aber die Hitze war zu gross, so dass wir wieder zurückgekehrt sind in unseren kühlen Arbeitsraum. Es sind nur noch wenige Kapitel im Lukasevangelium zu bearbeiten, dann werden wir noch einmal alles durchsehen. Inbesondere werden wir an den synoptischen Texte intensiv arbeiten müssen, damit das Prinzip der Konkordanz durchgehalten werden kann. Unser Wunsch ist es, im nächsten Jahr, 2018, die Evangelien drucken zu können.

Was kostet das Evangelium?

Gehälter und Honorare, Reisekosten und Gutachter kosten Geld. Die Öffentlichkeitsarbeit mit unserem Blog www.btd-bibel.com und der entsprechendenFacebookseite wird zum grössten Teil auf freiwilliger Basis geleistet.

Aus einem Fond hat die Bibelgesellschaft € 100 000.00 bereit gestellt. Weitere € 60 000.00 werden benötigt. Daher bitten wir Sie um eine Spende. Die Fortführung des Projektes hängt entscheidend davon ab, ob wir genügend Mittel zusammenbekommen.

Damit Sie eine Vorstellung bekommen habe ich die Kosten auf den Text umgerechnet und leicht aufgerundet:

  • Matthäusevangelium € 45200
  • Markusevangelium € 29000
  • Lukasevangelium € 48900
  • Johannesevangelium € 37200

Ein Kapitel kostet € 1800.00 und ein Wort € 2.00

Mit kleineren und grösseren Beiträgen können Sie uns helfen, die Evangelien zu beenden und das Projekt weiterzuführen.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung und Ihr Gebet.

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Spendensumme: €10.00

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