Die Schweizerische Bibelgesellschaft erarbeitet eine neue deutsche Übersetzung auf der Grundlage der byzantinischen Textform.

Die Übersetzung BTD (Byzantinischer Text Deutsch) hilft den orthodoxen Kirchgemeinden im deutschsprachigen Raum, das Wort Gottes weiterzugeben an die, die kein kirchliches Griechisch oder Kirchenslavisch verstehen. Darüberhinaus gibt es etliche Christen, die aus den verschiedensten Gründen die Übersetzung aus dem wissenschaftlichen Text des Nestle – Aland ablehnen und als Grundlage ihrer Bibelübersetzung die Vorlage des Erasmus von Rotterdam bevorzugen, die als Textus Receptus bekannt geworden ist.

Was ist das Neue?

  • Übersetzung aus dem Text des Ökumenischen Patriarchats von 1904
  • weitestgehende Übereinstimmung mit den liturgischen Texten
  • in den Anmerkungen finden Sie die Differenzen zum Kirchenslavischen Text
  • Wortschöpfungen, um den Bedeutungsgehalt des Übersetzten besser wiederzugeben

Nicht neu aber selten:

  • möglichst konkordante Übersetzung unter Berücksichtigung der Septuaginta
  • Namen und Bezeichnungen werden wiedergegeben, wie wir sie im Text finden

Was wollen wir mit diesem Blog?

Der Blog bietet uns die Gelegenheit mit Ihnen, den interessierten Lesern und Nutzern dieser Übersetzung ins Gespräch zu kommen. Sie haben die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren oder auch Beiträge anderer Leser zu kommentieren. Dazu können Sie auch die eingerichtet Facebookseite nutzen.

Von Blog zu Blog gibt es Informationen über die Übersetzung und natürlich auch Beispiele aus dem Text. In manchem sind wir unsicher. Oder wir können uns nicht entscheiden zwischen mehreren Varianten. Da sind wir dann gespannt auf Ihre Bemerkungen, kritische Anfragen und auch Verbesserungsideen.

Für uns ist dieses Unternehmen ein Abenteuer. Schreiben wir einsam vor uns hin oder wird ein Dialog stattfinden können. Werden wir abdriften in theologische Untiefen oder gelingt es uns bei der Übersetzung zu bleiben. Übersetzen ist immer auch interpretieren, aber Textauslegung ist nicht unsere Aufgabe. Erläutern können wir, aus welchen grundsätzlichen Überlegungen wir so und nicht anders übersetzt haben. Entscheidungen kirchlicher Konzile werden wir hier nicht diskutieren können und auch wollen. Dafür gibt es andere Foren.

Eines wollen wir natürlich auch: Für eine Unterstützung dieser Arbeit werben. Vr Justin hat die Rohübersetzung der Evangelien angefertigt. Seit vielen Jahren kommen deutschsprachige Menschen ins Kloster, die Gott suchen oder ihr Leben ordnen möchten. Sie sind eingeladen zu den täglichen Gottesdiensten, die neben den Bibellesungen unzählige Zitate und Anspielungen biblischer Texte in den Gebeten und Hymnen enthalten. Sie möchten auch verstehen, was sie hören. Darum hat Vr Justin die eigenen Übersetzungen in seinen Gottesdiensten verwendet. Darauf bauen wir auf und prüfen und bearbeiten diese in der Redaktionsgruppe. Später werden noch einmal unabhängige Fachleute eine Durchsicht vornehmen. Diese Arbeit kostet Geld. Darum sind wir auf Interesse und Gebete angewiesen. Aber eben auch auf Spenden. Viele kleine Spenden können einen Topf füllen, und kleine aber regelmässige Spenden einen wichtigen Beitrag leisten. Trotz vieler Stunden Freiwilligenarbeit braucht es auch bezahlte Arbeitsstunden. So kommen schnell im Jahr 50 000 € zusammen. Hin und wieder werden wir auf die Spendenmöglichkeit als Form der Unterstützung hinweisen.

Wie häufig werden Sie etwas lesen können?

Wir starten mit einem Blog pro Woche. Er wird jeweils am Sonntag erscheinen. Je nach Zustimmung oder Rückmeldungen können wir auch einen anderen Tag als Erscheinungsdatum festlegen.

Sie haben einen ersten Überblick über diesen Blog und die Übersetzung erhalten.

Worüber möchten Sie in den kommenden Wochen lesen? Schreiben Sie bitte einen Kommentar. Wir freuen uns darüber.

3 Antworten zu “Die Schweizerische Bibelgesellschaft erarbeitet eine neue deutsche Übersetzung auf der Grundlage der byzantinischen Textform.”

  1. Erik sagt:

    Hallo,
    ich freue mich sehr, dass dieser Blog endlich gestartet wurde.
    Wenn diese Übersetzung eine rein-byzantinische Übersetzung sein soll, dann dürfen dafür keine textkritischen Texte verwendet werden, wie von Nestle-Aland oder habe ich das falsch verstanden? Es werden also keine alexandrinischen Texttypen verwendet, auf die Nestle und Aland gründen?
    Erik

    • Karl Klimmeck sagt:

      Hallo Erik,
      Sie haben recht. Die griechische Grundlage bildet die Ausgabe des Ökumenischen Patriarchats, die Prof. Antoniades mit einem Team aus byzantinischen Lektionaren vom Hl.Berg, Konstantinopel und Jerusalem erstellt hat. Damit gehen wir von der lebendigen Überlieferung der Kirche aus. Die Lektionare decken nicht den gesamten Textbestand des NT ab. Prof.Antoniades hat die fehlenden Teile durch Texte aus Kodices der byzantinischen Textfamilie ergänzt. Seine Ausgabe ist leider keine kritische, das heisst, es gibt nur wenige Hinweise darauf, warum er bestimmte Entscheidungen getroffen hat. Zur Zeit ist eine Arbeitsgruppe daran, eine kritische Ausgabe des Patriarchatstextes zu erstellen.
      Eine kritische Ausgabe byzantinischer Handschriften ist von Robinson-Pierpont erstellt worden. Diese Ausgabe unterscheidet sich in manchen Details vom Patriarchatstext.
      Unser Text verwendet den offiziellen Text der Griechischen Kirche. Die Slavenapostel haben für ihre Kirchenslavische Übersetzung mit Sicherheit eine Frühform dieser Textform verwendet. Allerdings ist die Geschichte des Kirchenslavischen Textes recht verwickelt.
      Karl Johannes Klimmeck

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